Vom Schreiben und Plotbunnys
12.03.2025 - 16:10
Habt ihr schonmal von dem Begriff Plotbunny gehört?
Also der Annahme, dass Ideen zu Büchern wie kleine Hasen daherhoppeln und einen einfach überrumpeln?
Ich liebe diese Vorstellung ja, vor allem da sie bei mir genauso zutrifft. Und sie kommen oft nicht alleine. Denn Plotbunnys brauchen Gesellschaft. Gerade, wenn ich schreibe, hüpfen sie zuhauf daher.
Wie kleine Rudeltiere, die alle ihren Senf zu meinem momentanen Geschichten abgeben wollen, springen sie umher und fordern Aufmerksamkeit. Und dann? Dann versuche ich dem gerecht zu werden, indem ich irgendwas, was ich brauche, um die kleinen Häschen später wieder heranzulocken, aufschreibe, oder mir kleine Moodboards mache.
Und dann konzentriere ich mich wieder aufs Schreibprojekt. Plotten tue ich nur selten, dass heißt die Geschichte überlasse ich ganz und gar den Charakteren. Nicht selten überrasche ich mich dadurch selbst, weil ich nicht dachte, dass eine Geschichte in eine gewisse Richtung geht. Und wenn ich dann wieder auf der Suche nach einer neuen Geschichte bin, komme ich zurück zu meinen Plotbunnys und entscheide rein nach Motivation und Laune, welches als nächstes in eine Geschichte verwandelt werden darf.
Manche sind aber auch so laut und aufdringlich, dass sie mich dazu bringen mein aktuelles Projekt zu unterbrechen und selbst ihre Geschichte einfordern.
Zusammen Fliegen war so ein Plotbunny. Und seht was daraus geworden ist. Ein wunderschönes Buch, dem eins gar nicht mehr ansieht, dass das Häschen namens Liam so laut war, dass ich gar nicht anders konnte, als seine Geschichte aufzuschreiben.
Im Prinzip ist es also (fast) immer die gleiche herangehensweise: Das Plotbunny kommt daher, als Nebenfigur, Liedtext, die Zeile in einem Buch oder einfach nur ein random Gedanke. Ich unterbreche mein Schreibprojekt, um einen Klappentext zu schreiben, Bilder zu suchen oder eine Szene zu Papier zu bringen, damit ich später wieder in die Geschichte reinfinde. Dann kehre ich wieder zu meinen Charakteren zurück und lasse mich durch die Geschichte treiben, bis ich soweit bin, dass ich eine neue Gesichte suche. Oder ich habe ein neues Schreibprojekt gefunden und die angefangenen landen in der Schublade.
Entstehen alle Geschichten bei mir so?
Nein, denn meistens habe ich schon viele Ideen, die in einer losen Reihenfolge abgearbeitet werden wollen. Und bei manchen brauche ich auch einen klaren Plan, weil es einen ganzen Weltenbau zu beachten gibt (looking at you MORVANJA). Hier kann ich die Geschichte nicht nur rein den Charakteren überlassen, sondern muss plotten und Szenen einordnen, damit ich mich am Ende nicht verrenne.
Nur irgendwie zwängen sich immer so fiese kleine Vordrängler dazwischen (looking at you Liam).
Aber irgendwann, das schwöre ich kommt auch noch Band 3 zu MORVANJA
Euer Luca ♥
Lesungsvorbereitungen
12.03.2025 - 16:10
Eine Lesung! Der Traum als Autor.
Oder?
Was tun, wenn eins wie ich nur so im Lampenfieber schwimmt und vor Nervosität beinahe umkommt?
Ich freue mich auf Lesungen keine Frage, aber sie sind mit extra Anstrengung und viel Vorbereitung verbunden.
Und daher mal ein kleiner Einblick in diese.
Ganz am Anfang steht die Frage, was.
Woraus möchte ich denn lesen, und welche Stellen?
Für die aktuelle Lesung im Literaturhaus habe ich mich dazu entschieden nicht nur aus einem Buch vorzulesen.
Von Anfang an war geplant, dass ich aus meinem Romance Debüt Konfetti im Bauch vorlese, doch dann kam die Veröffentlichung von Zusammen Fliegen im Februar und ich wollte auch diesem Buch seine Sichtbarkeit geben.
Also zwei Textstellen aus zwei Büchern. Soweit so gut.
Es gab nicht die eine Stelle, die ich unbedingt lesen wollte, also habe ich beide Bücher durchforstet, mir Stellen markiert, wieder über den Haufen geworfen. Testgelesen und doch andere Stellen gesucht.
Schließlich bin ich aber auf zwei Textstellen gekommen mit denen ich jetzt glücklich bin. Sie beschreiben die Dynamik zwischen den Charakteren gut und machen wie ich hoffe Lust auf mehr.
Und dann?
Dann heißt es lesen. Lesen und stoppen. Denn ich habe für meinen Part der Lesung nur knappe 20 Minuten Zeit. Vorstellung muss in dieser Zeit zum Glück keine her, denn wir werden vorgestellt.
Und da kommt auch gleich das nächste Positive. Denn ich lese nicht alleine. Wir sind zu dritt, was das Lampenfieber gleich ein bisschen beruhigt. Aber ich schweife ab.
Lesen. Ich übe das Lesen. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Versuche mich an ein paar Betonungen – die ich dann sicherlich wieder vergesse, aber alles, was hilft den Text besser im Hirn abzuspeichern, wird genommen.
Und schließlich suche ich mir Atemübungen, mit denen ich mich vor der Lesung beruhigen kann. Lasse es zu, dass meine Hände zittern, lebe damit, dass ich mega nervös bin und freue mich einfach darauf, dass ich meine Bücher mit euch teilen kann.
Denn neben all der Nervosität ist da auch eine Freude, die mit jedem Tag mehr wird.
Und diese Freude ist es, die mich über die Angst und das Lampenfieber hinwegsehen lässt.
Du möchtest mich bei der Lesung besuchen?
Dann halte dir den 20.03.2025 um 19:30 frei.
Ort: Literaturhaus Salzburg
Eintritt: 12 EUR
Bis dann!
Euer Luca ♥
Treffe uns auf unseren Conventions
09.05.2024 - 13:38
Auch dieses Jahr findet ihr uns wieder auf den unterschiedlichsten Conventions in Österreich.
Wir sind dort mit unseren Prints und Büchern vertreten. Über einen Besuch würden wir uns irrsinnig freuen.
Bis dann!
Euer Luca ♥
Bereit für die Überarbeitung
04.10.2023 - 10:00
Es ist soweit! Auch beim zweiten Band meiner Romance Dilogie steht das Wörtchen Ende und somit sind die vier Jungs einen weiteren Schritt näher an der Veröffentlichung. Aber noch ist die erste Fassung der beiden Bücher nicht fertig.
Die Geschichten sind noch nicht rund und es fehlte das gewisse Etwas. Und genau das wird ihnen jetzt beiden noch eingehaucht. In vorm von neuen Kapiteln aus einer zweiten Sicht. Im Moment bin ich dabei B. seine Stimme einzuhauchen, ehe es mit Projekt Sven in die Überarbeitungsphase geht.
Ich freue mich schon unglaublich auf die beiden Archilleon Geschichten und darauf euch ganz bald bei der Veröffentlichung mitzunehmen. Bis dahin versinke ich wieder zwischen den Zeilen und lasse euch einen Ausschnitt aus den ersten Coverentwürfen hier.
Bis zum nächsten Mal
Euer Luca ♥
Neue Projekte
12.06.2023 - 09:00
Sie hat wieder zugeschlagen!
Und ich könnte aufheulen vor Glück. Monatelang bin ich mich von einer Schreibblockade in die andere gestolpert, habe mich gefragt, wann er endlich wieder kommt, dieser Funken, dieses Leuchten, dass das Schreiben in mir auslöst. Bis es von einem Tag auf den anderen wieder da war.
Mitten während dem Schreiben sogar. War bis dahin das Dranbleiben an den Manuskripten mehr eine einfache Routine, die ich mir zumindest nicht ganz abgewöhnen wollte, dann war es in der nächsten Sekunde wieder genau dieser innere Drang, der mich elektrisiert und mich dazu bringt, dass Wörter über Wörter und Sätze für Sätze über meine Finger auf dem Papier (natürlich hier nur im übertragenem Sinne) landen.
Und genau diese Freude möchte ich heute nutzen, um euch von meinem neuen Projekt zu erzählen, während MORVANJA, Band 3 noch immer darauf wartet, dass ich es wieder hervorhole:
Ich bin gerade dabei in ein ganz neues Genre hineinzuschnuppern. Als begeisterter Leser, sind vor etwa einem Jahr zwei ganz besondere Figuren in meinem Kopf aufgetaucht und seither nicht mehr weggegangen. Ursprünglich war der Plan, dass Sven und Bo nach MORVANJA ihre eigenen Geschichte erzählen können, aber die beiden waren einfach viel zu laut. Und so habe ich mich dann doch viel schneller als erwartet hingesetzt. Und während ich in den letzten Monaten nahezu komplett unproduktiv vor mich hingetippt habe, ist eine richtig schöne Sache entstanden:
Die Rohfassung von ProjektSven, meiner ersten New Adult Romance Geschichte. Es wird eine BoysLove Geschichte und der erste von zwei Bänden werden. Der zweite Band ist bereits in Arbeit und umfasst im Moment knappe 15.000 Wörter. Und mit Liam, Projekt des zweiten Bandes, verbindet mich neben seiner Liebe für getippte Worte noch so einiges mehr, weshalb ich gerade umso mehr für diese Geschichte brenne. Ich bin guter Dinge, bald mit der Überarbeitung beider Geschichten beginnen zu können, damit ihr ganz schnell Lesenachschub von mir erhalten könnt.
Näheres dazu und auch erste, kleine Einblicke findet ihr auf meiner Patreon Seite. Ich freue mich euch dort zu lesen.
Bis zum nächsten Mal, euer Mia ♥
Termine im Sommer
10.05.2023
Das Schreiben geht nur spärlich voran, und langsam werden hier auch andere Dinge wichtiger. Ende Mai wird aus uns ganz offiziell die Familie Hazel und die Vorbereitungen rauben jegliche Energie zum Schreiben.
Und parallell dazu laufen Vorbereitungen für die Messen, in denen ich gemeinsam mit meiner Frau im Sommer stehen werde. Dort könnt ihr neben meinen Büchern und einem netten Plausch rund ums Schreiben auch Prints aus der Feder von @hazel_arts_corner entdecken.
Die Termine für unsere Messen im Juni und Juli sind folgende:
03.-04.06.2023: Austria Comic Con, Messe Wels
01.-02.07.2023: Level Up, Messe Salzburg
Auf beiden Messen könnt ihr natürlich auch signierte Exemplare von meiner Debütreihe, MORVANJA, ergattern.
Ich freue mich, euch dort zu sehen
Mia ♥
Neues Büro
15.03.2023- 09:00 Uhr
Es ist geschafft! Mit diesen Worten setzen wir uns oft abends auf die Couch und lassen den Tag ausspannen. Oder wir legen uns erschöpft ins Bett, stehen auf und gehen durch die Tür. Und wenn wir diese drei Worte auch nur in unserem Kopf vor uns hinsagen.
Ich kann diesmal aber wirklich von einem kleinem Erfolgserlebnis sprechen, wenn ich diese drei kleinen Worte leise aus meinem Mund purzeln lasse. Denn es ist vollbracht. Bis auf ein paar kleine Ecken und Enden, die wir uns in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich noch ordentlich schlagen werden, ist die neue Wohnung eingerichtet und auch endlich das Büro der Raum, in dem ich mich gerne an meine Arbeit setze.
Und trotzdem kehrt der gewohnte Alltag noch nicht zurück.
Mir kommt es fast so vor, als würde mich der Bildschirm, der gesamte Schreibtisch und der Laptop darauf, mit diesem Hohn ansehen, als hätte ich verlernt, was es heißt, sich jeden Tag aufs Neue an die Tasten zu setzen und neue Geschichten zu schreiben. Das Manuskript von Band 3 liegt nun seit zwei Monaten brach und auch den Rest der angefangenen Manuskripte habe ich seit dem Umzug nicht mehr wirklich angefasst. Und wenn, dann nur so ein paar Millisekunden, die kaum ausreichen, um wirklich Neues zu verfassen.
Der Zauber des neuen Büros, den gibt es entweder nicht, oder er bleibt einfach aus und ich stecke noch irgendwo gefangen zwischen der alten Wohnung und der neuen, nicht wissend, wie ich wieder an diesen kreativen Platz zurückkehren soll, an dem sie entstehen, kleine hobelnde Plothäschen und ganze Welten, die aufs Papier gebracht werden wollen.
Und so starre ich einfach weiter den Bildschirm an, hoffe, dass er mich irgendwann einfach wieder in seinen Bann zieht und diese leere Pufferzeit vorübergeht
Bis zum nächsten Mal, euer Mia!
Freundschaften in der Buchbubble
05.08.2022 - 11:00 Uhr
Manchmal steckt mensch so tief in seinen Schreibprojekten, dass die Welt außerhalb der Buchstaben in einen nicht wahrnehmbaren Strudel aus Minuten und Tagen verschwimmt und wenn wir dann wieder auftauchen und glauben, es sind nur Minuten vergangen, waren es eigentlich Wochen.
Aber genau das ist das Schöne am Schreiben, dass wir so tief eintauchen können, dass wir alles um uns vergessen. Und damit hoffentlich eine Welt erschaffen, in die Lesende dann später genauso tief springen können.
Dass es daher wichtig ist Freunde in der Buchbubble zu haben, habe ich schon sehr früh gemerkt. Auf Instagram drehte sich dieses Wochenende alles in den Kreisen von #Bookstagram um dieses Thema und weil ich dafür eine so schöne Metapher gefunden habe, würde ich die gerne auch hier mit euch teilen:
Denn diese Freundschaften sind es, die mich durch dieses Meer als Autor tragen. Mal gibt es Stürme zu bewältigen, die alleine nicht zu überstehen sind, dann ist das Wasser wieder ruhig und klar vor einen und die Aussicht lässt sich so viel besser gemeinsam genießen.
Mal strande ich an Inseln, die ich ohne Hilfe nicht mehr verlassen kann, dann gibt es andere Schiffbrüchige, die ich mit aufnehmen kann.
Ein anderes Mal ist es einfach schön gleiche Interessen und Erfahrungen zu teilen.
Manche dieser Freundschaften begleiten mich nur ein kurzes Stück und steigen auf der nächsten Insel wieder aus, andere aber bleiben die ganze Reise über mit im Boot. Und genau das schätze ich so sehr.
Danke dafür, dass ihr diese Reise mit mir bestreitet, ob kurz oder lang, nur hin und wieder, oder immer dabei, ohne euch wäre die See gleichzeitig zu gefährlich und auch viel zu langweilig!
Und mit diesen Worten tauche ich jetzt wieder ab in die Gewässer meines Manuskriptes. Wer mir auf Instagram folgen will, folgt gerne dem Link
Bis zum nächsten Mal, euer Mia!
Über den Geist der Geschichten
29.04.2022 - 10:00 Uhr
Auf meinem Instagram habe ich eine wöchentliche Challenge rund um das Thema Dystopien mit dem dazu passenden recht prägenden Namen #Dystopiendienstag
Und da habe ich diese Woche die Frage in den Raum geworfen, woher wir eigentlich die Inspiration für unsere Geschichten (nicht nur Dystopien) nehmen. Passend dazu ist mir wieder die Geschichte einer Kollegin eingefallen:
So hat die liebe Linda Kieser (wer von euch sie nicht kennt, unten geht's zu ihrem Buch LaPax, dass ich euch nur wärmstens empfehlen kann) gesagt, inspiriert von einer weiteren tollen Autorin Elisabeth Gilbert (Eat, pray, love), dass Inspiration ähnlich einem scheuen Geist sei.
Der ist nicht immer da, er kommt unvorbereitet und wenn er da ist, müssen wir schnell sein. Ohne Stift bei der Hand verpufft die Idee wieder. Ich finde dieses Bild sehr schön und denke, da liegt sehr viel Wahres darin.
Wir können uns nicht aussuchen, wann eine Idee daherkommt, geschweige denn, welche es ist. Und bei mir habe ich festgestellt, dass der kleine Geist sehr gesellig ist. Immer, wenn ich mich wieder voll auf eine Geschichte konzentrieren kann, kommt er daher und wirft mir noch fünf Ideen vor die Füße. Zum Glück habe ich genügend Notizbücher.
Und gerade für weitere dystopische Ideen muss der Geist auch gar nicht weit fliegen. Vor allem, da meine Gedanken schon zu lange im postapokalyptischen Sumpf gefangen sind. Hier reicht schon ein simples TikTok-Video, dass mir meine Verlobte unter die Nase haltet und schon routiert der Geist wieder um mich herum.
So habe ich folgende Kurzideen festgehalten:
-Pass auf was die dir wünscht (Caption im Video): Dystopische Near Future Welt rund um verbindliche Wünsche, Name des Projektes: DfW
- Ein Traum während eines Let's Plays von Diablo 3: Eine Battle Royal Idee, gefangen in einem Computer Spiel im Stile von Sword Art Online
- Eine Nachrichtenschlagzeile über den tragischen Tod eines Kindes: Idee zu einer weiteren Dystopie im VR Berreich
- Ein Witz über ein Werbegeschenk: Mein vielleicht erstes Thrillerprojekt gemischt mit dystopischen Elementen rund um einen Pharmakonzern.
Ja, mein lieber Geist kommt mich oft besuchen, nur eine Frage bleibt. Mein lieber Geist, kannst du mir die beantworten? Wann, bitte wann, soll ich all das aufschreiben?
Interview J. Kilior
02. Juli 2021 - 17:00 Uhr
Die liebe Jesse Kilior war so toll und hat mir in einem kleinen Interview Fragen zu ihrem Schreibprozess und Othersides beantwortet. Für alle, die sie und ihr Werk noch nicht kennen, hier noch einmal in Kürze:
Jesse Kilior schreibt Fantasy und Sci-Fi und illustriert ihre Bücher selbst. Othersides - Zwei Welten hat sie im Selfpublishing Ende 2020, bzw. das Print Anfang 2021 veröffentlicht. Es handelt sich dabei um den ersten Band einer Fantasy-Reihe, die ich nur wärmstens empfehlen kann.
Hier auch noch der Klappentext für euch:
„Wir alle würden in einer besseren und friedlicheren Welt leben, wenn jeder mehr vom anderen wüsste.“
Der Norden ist verhasst und gefürchtet. Doch Erin hat ihre Zweifel an den Geschichten, die man sich erzählt. Nicht umsonst gab ihr ihre Mutter einen nordstaatlichen Namen. Kurz entschlossen macht sie sich auf den Weg dorthin und findet eine Welt vor, die kaum anders sein könnte als ihr hoch technologisiertes, steriles Zuhause: Eine Welt voller beeindruckender Natur und Magie. Der junge Nordling Ilya rettet sie aus einer brenzligen Situation und begleitet sie fortan. Doch auch er hat seine Geheimnisse.
Beschreibe dein Buch in einem Satz
Zwei Seiten einer Mauer, zwei unterschiedliche Welten, zwei Varianten der Wahrheit und eine mutige Protagonistin, die versucht, Vorurteile wie Grenzen zu überwinden.
Wie kamst du zu der Idee von Othersides?
Das ist schon so lang her, dass ich es gar nicht mehr mit Sicherheit sagen kann. Ich glaube, es fing damit an, dass ich verschiedene Szenen geträumt und gemerkt habe, dass sie sich zu einer phantastischen Geschichte verbinden lassen. Dann habe ich angefangen, das Konzept, die Welt und die Figuren zu entwickeln.
Wann und warum hast du entschieden deine Geschichten mit deinen Mitmenschen zu teilen?
Vor zwei Jahren. Nach längerer Pause habe ich das Schreiben wiederaufgenommen und gemerkt, dass ich für mich ein eigenes Projekt brauchte, in dem ich mich voll und ganz kreativ entfalten konnte. So kam ich auf die Idee, ins Selfpublishing zu gehen.
Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden? Was sind deiner Meinung nach die Vorteile und die Nachteile?
Für mich war schnell klar, dass ich keinen Verlag wollte, der mir in alles reinredet, mir im schlimmsten Fall noch ein Cover aufzwingt, dass ich selbst hätte besser machen können. Nein, ich wollte, dass es ganz und gar mein eigenes Projekt bleibt, was natürlich nicht heißt, dass ich mir keine anderen Meinungen einhole. Aber am Ende entscheide ich. Das ist für mich auch der größte Vorteil.
Der Nachteil ist natürlich, dass ich mich um vieles selbst kümmern muss. Vor allem was das Marketing angeht, kann es extrem mühsam sein, wenn man komplett bei null anfängt.
Wie kamst du auf die Idee Illustrationen und Karten selbst zu machen?
Ich zeichne schon so lange, oder vielleicht sogar länger, als ich schreibe. Daher stand für mich nie etwas anderes zur Diskussion. Ich wusste nur nicht, wie viele der Illustrationen es am Ende in die Bücher schaffen würden.
Wie viele Bände wird Othersides haben?
Drei oder vier, wobei der vierte Band – stand jetzt – optional ist.
Wie schlimm ist es für dich, ein Buch oder eine Reihe zu beenden?
Man fällt immer gewissermaßen in ein Loch. Am besten ist es, gleich das nächste Projekt bereit zu haben. Da ich noch keine Reihe beendet habe, graut es mir ein wenig davor, Othersides zu beenden. Aber bis dahin habe ich noch viel Zeit, mir zu überlegen, womit es weitergeht.
In Othersides ist die Welt in zwei Seiten der Mauer geteilt. Wie kamst du auf diese Idee?
Ich glaube, das Thema hat mich von Anfang an geprägt und fasziniert. Kurz nachdem ich geboren wurde, fiel die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland. In meiner frühen Kindheit hatte ich das Gefühl, die Menschheit würde stetig dazulernen und besser werden. Dann wurden neue Kriege begonnen und Mauern gebaut und so geht es noch heute weiter. Feindbilder werden kreiert und Menschen nach scheinbar beliebigen Kriterien separiert.
All das wollte ich nicht nur auf den Punkt bringen, sondern auch durch eine Überspitzung die Sinnlosigkeit solchen Handelns darstellen.
Was hat dein erstes veröffentlichtes Buch für eine Bedeutung für dich?
Es war immer ein Traum, den ich mir nun erfüllt habe.
Haben deine Geschichten eine Verbindung zu deinem Leben?
Viele Inspirationen stammen von Orten, die ich bereist habe. Auch ein paar Eigenschaften real existierender Personen sind eingeflossen. Weitere Parallelen sind eher zufällig.
Welche Musik inspiriert dich beim Schreiben?
Ich mag melodischen Rock und Metal, einige ältere Inspirationen stammen auch aus den Bereichen Filmmusik und Pop.
Hast du eine Buchplaylist / Empfehlung für Othersides?
Ich habe mir eine Inspirations-Playlist bei YouTube zusammengestellt. Diese findest du gerne hier
Wie bist du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst du?
Seit der Grundschulzeit. Ich hatte einfach das Bedürfnis, die Geschichten festzuhalten.
Startest du eine Geschichte mit den Personen, einem Ort oder dem Thema?
Eine gute Frage. Ich denke, es sind oft eher Szenen, die mir mitsamt Ort, Figuren und Handlung in den Kopf kommen. Manchmal träume ich auch eine Handlung, die an sich schon den Plot für ein ganzes Buch liefern würde.
Hast du schon eine nächste Geschichte geplant?
Ich habe ein Notizbuch voller Ideen und muss mich nur noch entscheiden, welche ich als nächstes umsetzen möchte. Da wären eine Urban-Fantasy-Geschichte mit Dämonen in Wolfsgestalt und Elementen-Magiern oder eine Spukgeschichte über ein ehemaliges Bahnwärterhaus. Insgesamt werden die Themen glaube ich finsterer und erwachsener werden.
Wie gehst du mit Schreibblockaden um?
Unterschiedlich. Wenn ich mir eine Deadline gesetzt habe, schreibe ich einfach trotzdem. Es kommt zwar erst mal nichts besonders Gutes dabei rum, aber man kommt wieder rein und es geht weiter. Irgendwann gelangt man dann wieder an einen Punkt, wo es läuft.
Wenn ich es aber nicht eilig habe, lasse ich das Manuskript liegen und mache etwas anderes, zum Beispiel Zeichnen.
Eins nach dem Anderen oder alles auf einmal?
Eins nach dem Anderen. Wenn ich den ganzen Berg auf einmal vor mir sehen würde, würde ich schreiend davonlaufen.
Was liest du persönlich für Genre?
Fantasy (High und Low), Sci-Fi, Dystopie, Thriller
Wie lautet dein Lebensmotto?
A pencil and a dream can take you anywhere!
Wo findest du deine Inspiration?
An fremden Orten in der Welt und in meinem Unterbewusstsein.
Das letzte Wort
Ich würde mich freuen, euch mit meinen Geschichten verzaubern zu dürfen.
Vielen Dank für das Interview!
Das Schreiben und ein Buch
17. Juni 2021 - 17:43 Uhr
Ich kann heute nicht mehr sagen, wie das Schreiben zu mir gekommen ist, geschweige denn wann. Es war schon immer da, könnte ich sagen, aber so ganz sicher bin ich mir da nicht. Ja, da war immer die Sprache, da waren immer die Geschichten und ich hatte schon immer eine grandiose Fantasie. Zum Beispiel im Kindergarten schon, als alle anderen mit Puppen, Autos, oder allen anderen Spielsachen gespielt haben, saßen ich und mein bester Freund einfach nur da und sagten. Diese Schnur ist ein Wesen, dass sich Koade nennt und die leben überall in unserem Universum und manche wollen uns fressen und andere wollen uns schützen. Monatelang haben wir so mit nichts gespielt. Immer auf der Fluch vor Koaden.
Und so ging das weiter, aus der Fantasie wurde irgendwann die Begeisterung für andere Geschichten, dann kamen die ersten Worte und auf einmal habe ich gar nicht mehr gewusst, wie ich eigentlich dazu gekommen bin, dass ich das Schreiben so sehr liebe. Ich denke, es musste einfach sein. Es gab für uns beide keinen anderen Weg. Glaubt mir, ich habe es lange genug versucht, aber ich bin immer wieder zu einer Konstante in meinem Leben zurück gekommen, und das war das Schreiben.
Die Sache mit dem Buch war dann eine logische Konsequenz aus meiner Freude am Schreiben. Je mehr ich zu Papier gebracht habe, desto mehr Ideen waren in meinem Kopf. Zuerst waren sie ganz durcheinander, entbehrten jeglicher Logik. Es hat gedauert, viele Jahre an Übung, viele Jahre an Anfängen, die nie zu Geschichten wurden. Hunderte Seiten, die wieder gelöscht wurden. Oft genug kam auch der Gedanke, dass ich das nicht kann, aber so sind ich und mein Schreiben schließlich zusammengewachsen. Aus unserem Abhängigkeitsverhältnis wurde wahre Liebe und ich konnte auf einmal immer besser ganze Sätze aneinander reihen.
Das war auch der Moment, wo ich beschlossen habe, jetzt versuchst du es einfach.
Dieses Einfach Versuchen hat dann aber auch nochmal 3 Jahre gedauert, ihr seht, schnell ging bei meinem ersten Buch gar nichts. Zum Großteil lag das jedoch daran, dass ich das Schreiben tatsächlich fast verlieren musste, um zu begreifen, dass dieser Weg wirklich der richtige für mich ist.
Ich habe eine Arbeit angefangen, die es mir kaum mehr ermöglichte zu schreiben. Nicht, weil ich so unglaublich viel zu tun hatte, sondern, weil sie mir jeglichen Geist für Geschichten nahm. Mein Kopf war auf einmal mit so vielen anderen Dingen gefüllt, da war einfach kein Platz mehr für meine Geschichten.
Der Tag, an dem ich den Job gewechselt habe, war für mich und das Schreiben der schönste Tag. Denn ich kam zurück und unsere Verbindung ist jetzt noch tiefer. Und diesmal war ich bereit. Habe Wörter aneinander gereiht, habe überarbeitet, gelesen, gelöscht, wieder getippt. Mein erstes Buch entstand.
Aber damit war es nicht genug. Ich muss zugeben, vermutlich jeder unterschätzt die Arbeit, die in einem fertigen Buch steht, am Anfang. Kein Autor, keine Autorin, wage ich mal zu sagen, begreift von Beginn an, was es wirklich heißt, ein Buch zu schreiben und dann auch zu veröffentlichen. Aber das Schöne war, dass ich und das Schreiben so viele Jahre umeinander herumgeschlichen sind, dass wir dann bereit waren, dass alles auf uns zu nehmen. Oft schaut der Berg unbezwingbar aus, doch wir beide nehmen uns dann trotzdem an der Hand und freuen uns auf den Tag, an dem unser kleiner Schatz das Licht der Welt erblickt. Unser Buch.